Die Raumakustik befasst sich in erster Linie, einfach ausgedrückt, mit der Halligkeit von Räumen.

Durch eine hohe akustische Bedämpfung, d.h. durch die Unterbringung von schallabsorbierenden Materialien an Decken oder Wänden, sind Reduzierungen des mittleren Rauminnenpegels von bis zu 10 dB(A), im Vergleich mit einem ganz leeren, halligen Raum, möglich. Das bedeutet, ein gleich laut eingestelltes Radio führt in einem halligen, leeren Raum zu einem mittleren Schalldruckpegel von 60 dB(A). In einem bedämpften Raum, z.B. einem Schlafzimmer mit einem Bett, Teppich, schweren Vorhängen, Schränken und ggf. einem offenen Bücherregal führt das Radio – bei gleicher Lautstärkereglereinstellung – nur noch zu einem mittleren Rauminnenpegel von 50 dB(A). Nur wenn unser Radio, zum Beispiel nach der Verlegung eines Teppichbelags, nicht lauter eingestellt wird, kommt die Reduzierung der Lautstärke im Raum auch den Nachbarn zugute. Ansonsten lässt sich mit der Ausführung von raumakustisch wirksamen Maßnahmen zu Nachbarräumen keine Verbesserung des Schallschutzes erreichen. Da man meistens das Radio in einer angemessenen, gleich hohen Lautstärke hören möchte, wird man es in einem bedämpften Raum lauter einstellen und somit beim Nachbarn auch wieder die gleiche Lautstärke hervorrufen.

Soll es beim Nachbarn leiser werden, muss die Schalldämmung, genauer gesagt die Luftschalldämmung mit dem bewerteten Schalldämm-Maß R’w, verbessert werden.

2 RaumakustikAkustisch bedämpfte Räume mit kurzen Nachhallzeiten werden als akustisch angenehm empfunden, wobei die Nachhallzeiten der gebräuchlichste Maßstab für den akustischen Zustand eines Raumes ist. In folgendem Diagramm sind die mit einer Software berechneten Nachhallzeitverläufe nach der Ausführung von drei unterschiedlichen, schallabsorbierenden Materialien dargestellt worden.

Aber nicht überall sind kurze Nachhallzeiten gewünscht. In Konzertsälen zum Beispiel können die Nachhallzeiten zum Teil gar nicht lang genug sein, weshalb klassische Konzerte häufig in großen Kirchen stattfinden. Darüber hinaus gehend werden in Konzertsälen, Theatern und größeren Vortragsräumen, in denen keine elektroakustischen Anlagen vorhanden sind, gezielt schallreflektierende Elemente eingesetzt, damit eine möglichst gleichmäßige Lautstärke auf allen Plätzen erreicht wird.

Empfehlungen über die Anteile der mit einem schallabsorbierenden Material zu verkleidenden Flächen in „lauten“ Räumen oder einzuhaltende Nachhallzeiten in unterschiedlichsten Raumarten enthält die DIN 18041-2004 Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen.

In Gaststätten soll zum Beispiel eine Fläche, die ca. 80 % der Grundfläche entspricht, mit einem Klasse A-Schallabsorber (höchst absorbierend) versehen werden. Für die meisten Raumarten ist eine gute Raumakustik absolut unerlässlich und wird folgerichtig auch in verschiedenen Regelwerken, d.h. DIN Normen und Richtlinien, gefordert. Unter anderem gehören hierzu:

Büro-, Konferenz-, Besprechungs-, Seminar- und Tagungsräume;
Unterrichtsräume, Pausen-, Sport- und Schwimmhallen, Hörsäle;
Gruppenräume in Kindergärten, Seniorentagungsstätten;
Gerichts-, Rats-, Fest- und Gemeindesäle;
Industriehallen; Raumschießanlagen; Tonstudios; Konzertsäle; Theater

Wir planen in enger Zusammenarbeit mit unseren Auftraggebern schallabsorbierende und reflektierende Maßnahmen zur Gewährleistung einer guten Hörsamkeit für die entsprechenden Räume und ausreichender Raumbedämpfung in lauten Räumen, z.B. zur Einhaltung der Anforderungen der Unfallverhütungsvorschrift oder der DIN 18041-2004. Damit Ihre Räume zweckgebunden nutzbar sind erarbeiten wir für Sie Konzepte und Detailplanungen.